Dazu ein sehr schöner Text von Sylvia Raßloff:
"Und plötzlich sind sie grau geworden... ohne dass wir es bemerkten...

Lange haben wir versucht, die kleinen Zeichen zu ignorieren...
Doch dann ganz plötzlich, fast wie über Nacht... sehen wir ganz deutlich den grauen Schleier, der sich über Fell und Augen gelegt hat... werden vielleicht durch eine Krankheit plötzlich herausgerissen aus dieser unbeschwerten gemeinsamen Zeit... diesem Traum, dass alles einfach immer so bleibt, wie es ist... Eben noch war er doch noch ganz jung gewesen? Waren wir... Die Endlichkeit des Lebens klopft ganz leise an unsere Tür…

Spätestens dann fangen wir an, unsere Tiere ganz anders anzusehen! Liebevoll streift unser Blick über ihren Körper... auf der Suche nach Bestätigungen für ihr Wohlbefinden... oder etwas, das wir übersehen... beobachten jede kleine Veränderung, jede Appetitlosigkeit macht uns Angst. Und während er so daliegt... und schläft... ganz weit weg ist... weiter, als früher... möchten wir jeden Sonnenstrahl einladen, die müden Glieder zu erwärmen... das Licht bitten, mit seiner unendlichen Kraft jede Faser des geliebten Körpers zu durchströmen... um den Zeitpunkt... Das Unausweichliche... hinauszuzögern... in unendlich weite Ferne.

Wir gehen die Wege langsamer, als früher... die Berge weichen kleinen Hügeln. Momente, Augenblicke... Für die Ewigkeit?... In Gedanken versunken... ruhen unsere Augen sanft auf seinem Körper, prägen uns jede Kleinigkeit, jede Stelle ein... vergraben die Nase ganz tief in seinem Fell... den Geruch... dieses Gefühl festzuhalten... für die Zeit danach. Jede Zelle unseres Körpers ist so eng mit dem anderen verbunden... verkörpern unser gemeinsames Leben... die vielen Erlebnisse und Erinnerungen… „Immer warst du dabei!“ … und es tut schon fast weh, auch nur daran zu denken, dass der, der da neben uns geht... irgendwann nur noch im Geiste bei uns sein wird...

Und plötzlich wird uns bewusst, wieviel Zeit wir "verloren"... oder einfach vergeudet haben... Jeder Tag, jede Stunde... gemeinsam... die wir nicht nutzten... Die Jahre sind so schnell vorbei... Die Zeit... so kostbar... Das Leben... Haben wir genug gegeben? Die Zeit mit unseren alten Tieren ist etwas ganz Besonderes! Es ist eine Zeit der Erkenntnisse, die wir durch ihre unendliche Weisheit über uns und über das Leben erfahren! Wir sollten jeden gemeinsamen Tag genießen... solange sie bei uns sind... dankbar und glücklich über jeden weiteren!" (© Sylvia Raßloff)

Einen Hund zu wollen... Einen Hund zu wollen bedeutet nicht nur den auszusuchen, der dir am besten gefällt, sein Aussehen oder die Rasse, einen Hund zu wollen bedeutet auch, dass du dir bewusst bist, dass du ihn einlädst, dein Leben, dein Haus, deinen Raum mit dir zu teilen, und dass er auch Bedürfnisse hat und oft deine Erwartungen nicht erfüllen wird. Einen Hund zu wollen bedeutet die Bereitschaft, ihn im Guten wie im Schlechten zu lieben, das Hundekind, den Erwachsenen oder die Oma, ihn zu lieben, wenn er bellt und Geduld mit ihm zu haben, weil er dir etwas sagen will. Ihn zu lieben, wenn er die Wand oder einen Stuhl anknabbert, wenn er rennt und nicht auf dich hört, weil er seine freie und spielerische Natur ausdrückt; ihn zum Arzt zu bringen, weil er krank ist oder sich verletzt hat. Ihm angemessenes Essen zu geben; nicht, das was übrig ist, sondern das, was wirklich für ihn ist; verstehen, dass ein Hund auch Vorlieben oder Abneigungen hat, und dass das, was du von ihm erwartet hast, vielleicht nicht kompatibel mit dem ist, was er in Wirklichkeit ist. Einen Hund zu wollen ist keine Frage des Wollens oder Wünschens oder Ersehens oder Erträumens. Einen Hund zu wollen ist zu verstehen, dass du nicht nur „einen Hund“ haben wirst – weder eine Sache noch ein Eigentum - , sondern ein einzigartiges Individuum, das mit dir zusammen ist und sein Leben mit dir teilt, freiwillig und mit eigenem Seinsgrund. Einen Hund zu wollen bedeutet aufzuhören, von wollen und mögen zu sprechen, und wirklich lieben zu lernen. Einen Hund zu wollen bedeutet, ihn zu beobachten, ihn wahrzunehmen, ihn entscheiden zu lassen, ihn wachsen zu lassen, ihn sich ausdrücken lassen, ihm zu ermöglichen, seinen Pfotenabdruck in dieser Welt zu hinterlassen. Einen Hund zu wollen ist anzuerkennen, dass er einer Tierart angehört, die anders als deine ist, und deswegen andere Bedürfnisse und Besonderheiten hat: Rennen im Freien, an allem riechen während er vorbeigeht, die Welt entdecken, kennenlernen und spielen mit anderen Hunden. Er wird Angst haben, Unsicherheit, Wut, Frustration, Freude, Vorlieben, Freundschaften, Trauer, Verluste, Schmerzen, Müdigkeit, Hunger, Spaß, Freude daran, jeden Morgen an deiner Seite aufzuwachen, Dankbarkeit und Liebe … viel Liebe. Einen Hund zu wollen ist Verpflichtung alle Tage seines Lebens, weil er von dir abhängig ist und weil du alles bist, was er hat. Einen Hund zu wollen heißt, bereit zu sein, die Lektionen zu entdecken und zu akzeptieren, die zu lehren er in dein Leben gekommen ist; denn wenn du einen Hund liebst, dann weißt du, dass er es war, der es geplant hat, zu dir zu kommen, um dir dabei zu helfen, dich wieder mit dem Leben zu verbinden, mit dem Jetzt, mit der Sonne, dem Mond und den Sternen, mit den Pflanzen, mit dem Himmel, mit der Luft und den Bergen, aber vor allem... dich wieder mit deinem Herzen zu verbinden. ( Verfasser unbekannt) .